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Donnerstag, 11. April 2013

Sentimentale Töne

Das einzige (aller aller einzigste von wo gibt) worauf ich nun verzichten muß, ist der Spielfreund auf der Arbeit. Wobei es ja auch ganz schön ist auf die Arbeit zu verzichten.

Montag, 13. August 2012

Nevermind the Buntstifte



Ich weiß nicht was der Song Belsen was a Gas genau bedeuten soll, fest steht das sein Verfasser Sid Vicious nicht unbedingt der großartigste Texter war. Ich mag den Song trotzdem, auch wenn damit zu rechnen ist, dass der Text wahrscheinlich Grütze ist - egal am Bass war er ja auch nicht gerade eine große Zupfnudel. Irgendwas muß ja aber jeder gut können und der Herr Vicious war immerhin an der Nadel ein ganz Großer.

Apropos Bassist, Dee Dee Romane hat ein Buch geschrieben übers New Yorker Chelsea Hotel und es wirbt auf dem Einband damit das es kein Vorwort von Sid Vicious enthält. Warum eigentlich das ganze Sex Pistoles Gesabbel? Ich hatte ein Bild für heute vorgesehen und dazu hätte der Belsen-Text sehr gut gepasst, außerdem gibt's noch ne Tee-shirt Geschichte vom WE, die zu den Pistolen paßt, aber dann sagte mir mein Rechner heute morgen, dass er das Medium auf dem der ganze Plunder gespeichert ist, nicht mehr lesen kann und nun will der den binären Tisch tabularasieren.

Apropos rasieren, "shave your Head and get a Tatoo" ist eine Zeile im Song "Drugs are Good" von NoFX, ein Song der, wie der Titel erahnen lässt, vor guten Ratschlägen nur so strotzt. Passend zu dem Song habe ich ein Tee-shirt, das allerdings vom Design her aussieht wie das legendäre "Nevermind the Bollocks" Album der Sex Pistols. Auf dem Shirt steht dann passenderweise "keep the world beautifull - cut your hair" - warum das da in der Pistols Typo steht weiß ich allerdings auch nicht.

Egal, am WE war ich einkaufen und während ich beim Gemüsedealer nach dem passenden Kleingeld für 1 Kilo Zwetschgen kramte, fragte mich die schockierte Verkäuferin, ob ich lange Haare wirklich so schrecklich finde. Auch wenn ich nicht sofort wußte, was die gute (selbst langbehaarte )Frau von mir will, konnte ich reinen Herzens sagen, das ich lange Haare im Idealfall nur völlig egal finde, meistens allerdings auch einfach nur scheiße. Ansichtssache - Haarspalterei.

Jetzt wirds herzzerreißend, auf dem Heimweg, beladen mit Zwetschgen und einem potentiellen Brathuhn für den christlichen Sonntag, kam ich am Altonaer Bahnhof vorbei, vor dem seit einiger Zeit ein Typ sitzt und versucht seine Zeichnungen zu verkaufen oder auch einfach nur zu zeigen und ein bißchen Geld dafür abzustreifen. Tief in sich versunken kauerte er elendig auf dem Boden und heulte Rotz und Wasser. Aus den verschluckten Klagelauten erging, dass er kein Geld für was zu Essen hätte und was ihn noch mehr zu schaffen machte, auch kein Geld mehr für neue Buntstifte. (sic!)

Mir ist ja im Prinzip scheißegal wofür jemand das Geld benutzt, wenn ich es ihm schenke; Wodka, Crack, Nutten oder Hedgefond Derivate - mir egal dafür verschenk ichs ja freiwillig, da muß ich mich immerhin nicht mehr um den weiteren Verbleib im Finanzkreislauf kümmern, aber Geld für Buntstifte (!) da wird jeder Grafiker weich. Also gab ich ihm eine Handvoll Münzen, und da ihm das mit den Buntstiften anscheinend wirklich auf der Seele brannte guckte er mich aus verheulten Augen an und fragte mich, ob ich ihm von dem frisch erlangten Geld nicht ein paar Buntstifte bei Rossmann um die Ecke besorgen könnte (wahrscheinlich wollte er seinen strategisch günstigen Platz nicht aufgeben).

Wie gesagt meinetwegen hätte er mit dem Geld machen können was er will, es muß scheiße genug sein, fremde Menschen um Geld anzubetteln, der vermeintliche Grund sollte nicht ausschlaggebend für die Spende sein, aber der Kollege meinte das mit seinem Buntstiften wirklich ernst. Also ließ ich ihn die paar Kröten behalten und kaufte ihm um die Ecke eine extra große Packung Buntstifte. Glücklich nahm er die Stifte entgegen und sollte er tatsächlich mal eines seiner nicht ganz talentfreien Bildern verkaufen, wäre mein Microkredit sogar noch eine sinnvolle ökonomische Investition über die reine Nettigkeit hinaus.

Und warum verreckt mir dafür der verkackte USB Stick?

Freitag, 10. August 2012

Ein Fahrrad Pflegestufe 3


Ich bin kein Fahrradnazi und es darf auch jeder nach seiner Kolöhr (nimm dies Erbfeind!) glücklich werden, aber manchmal wirds dann doch zu bunt. In diesem Satz waren nun 2 Farbanspielungen zur besseren Rechtfertigung des heutigen Bildes. Zurück zur Sache; ich benutze im öffentlichen Raum zwecks Fortbewegung recht regelmäßig den öffentlichen Personennahverkehr. Dies ist nicht immer angenehm und es könnte für alle leichter sein, wenn sich die Mitbevölkerung an einfache Regeln halten würde. Gewisse Dinge disqualifizieren für die Teilnahme am Leben in vollen Zügen. Telefonieren, essen, laut reden, aus sich herausdünsten wären nur einige Beispiele. Bescheuert ist natürlich auch das Mitführen von sperrigen Gegenständen, was sich, wie ich entschuldigend anerkenne, aber nicht immer vermeiden läßt. Fahrräder sind für sich genommen prima Fortbewegungsmittel - in einem Zugabteil allerdings sind sie eher hinderlich.

Die Krone des Bescheuerten im Nahverkehr gebührt natürlich somit auch dem bescheuertsten Fortbewegungsmittel gleich nach der Honda Goldwing: Dem Liegefahrrad.
Liegefahrräder sind vermeintlich straßenverkehrstaugliche Krankenhausbetten, deren durch nichts aufzuwiegende dummen Nachteile nur noch durch den Profilierungssucht ihres Lenkers (österreichisch für Fahrer) übertroffen werden. So ein Exemplar (Liegerad mit dazugehörigen Liegefahrer) machte heute den Eingangsbereich eines ganzen S-Bahn Wagons mit sich voll. Und während sich alle Passagiere an dem bescheuerten Trum aus Ketten, Ritzeln, Rädern und Neurosen vorbei quetschen mußten, galt es dem Reflex zu widerstehen dem passenderweise auf dieser Höhe angesiedelten Fahrer nicht das Knie zwischen die Kiefer zu kneten.

Beim Verlassen des Wagons brauchte der Vollspast dann natürlich auch einen komplett freien Reversierbereich, auf das alle anderen Stehpassagiere den Wagen verlassen mußten, damit der Herr Komplexidot samt seines Vehikels ausparken konnte. Ich wünsche ihm eine Weiterfahrt mit vielen Treppen, bis er wieder da ist, wo er vermeintlich weniger nervt, im Straßenverkehr, aber dazu ein andermal mehr.

Dienstag, 5. Juni 2012

Mutter aller Uhren

Die Momente in denen man sich auf dem neutralen Boden der Schweiz wünscht sind selten wie Kastanien deren Form an ehemalige Politiker erinnern. Heute morgen war einer dieser Momente, als es nähmlich in brüllendem Tonfall durch die S-Bahn Station schallte: "Du gottverdammter Uhrensohn!". Schnell ließ der Akzent erkennen, dass es sich wohl weder um einen Eidgenossen noch um den Spross einer traditionsreichen Herrenarmbanduhrmarke handelte, wie sie gerne, nachdem sie von fiktiven Eliteeinheiten irgendeiner Armee getragen wurden, vom Vater an den Sohn übergeben wird.


Zur MiPau gab es dafür Eis, aber ohne Apfelkuchen, dafür mit der neuen Kamera (hüpf, zappel, freu wie blöde). Ebenfalls gab es eine MiPau 50 mm Battle aber über deren Ausgang schweigt der siegreiche Gentleman. Der Uhrensohn konnte übrigens nicht weiter in Augenschein genommen werden, da es galt das Leben in vollen Zügen zu genießen. Im Abteil wünschte man sich abermals verschließbare Nasenlöcher, wie man es behöckerten Paarhufern aus der Wüste nachsagt.


Apfelkucheneis verursacht übrigens nicht im selben Maße Bauchweh, wie unreife Äpfel, auch wenn die Freske anderes vermuten läßt. Bauchweh dürfte bei der Physiognomie
allerdings das kleinste Problem sein.

Sonntag, 26. Februar 2012

Die Wanderhure hätte gerne einen Döner...


Bier statt Schuhe. Beim wochenendlichen Wanderhurenspaziergang durch Ottensen fielen uns schon am letzten Sonntag des Herrn  etliche komplett zerschrottete Schaufenster auf. Die Schaufenster sind an einem beim trinkenden Volk hochfrequentierten Knotenpunk Ottensens - ein punkischer Hotspot mit gemütlichen öffentlichen Sitzmöglichkeiten und genügend Auslauf für die Hunde. Ein weitere unschlagbarer Vorteil des beliebten Platzes war die direkte Nähe zum benachbarten Kiosk und Dönerbraterie.


Nun, den Kiosk, der gerade mal erst vor einem gefühlten Jahr komplett renoviert und umgebaut hat, gibt es nun nicht mehr. Auch der alteingesessene Dönertierbrater ist fort. Und was bietet uns das gentrifizierte, neue Ottensen an dieser Stelle? Was braucht es in Altona ungefähr genauso dringend wie den dröfzehntausendsten Frisör und die zwohundertfuffigste Starbucks Kaffeepansch Bude? Richtig einen Schuhladen. Schuhe kann man ja nie genug haben, Schuhe muß man immer kaufen. Schuhe sind das neue Brot.


Die Schaufenster der unbeliebten Schuhkette waren bereits am letzten Wochenende geschändet, dass jeder Glaser seine helle Freude hätte. Das Unternehmen reagierte prompt und brachte Infoplakate auf den geschundenen Scheiben an. Dort versuchte man sich sympathisch zu geben, in dem man sich als kleines regionale Start-Up Unternehmen darzustellen versuchte. Man beteuerte, das man seine Schuhe unter fairen Bedingungen in Asien herstellen läßt. Was in diesem Zusammenhang wohl fair bedeuten mag, bleibt im Interpretationspielraum des Unternehmens. Wenn man sich die Ramschpreise ansieht, glaubt man nicht unbedingt daran, dass die asiatischen Kinderhände vor Freude applaudieren, wenn wir uns hier alle 2 Wochen für 49 Euro ein Paar neue Schuhe gönnen.


Und auch das sympatische kleine Start-Up scheint nicht besonders glaubwürdig, denn die Idee einen Billo-Schuhladen in Ottensen zu eröffnen, dürfte wohl keinen Bankster aus dem Bürostuhl hauen. Aber darum geht es nicht! Es ist unnötige um Sympathie zu buhlen. Die überflüssige Schuhkette (Filialen in Wandsbek und Schanze, nicht schlecht fürn Start-Up) hat Scheiße am Schuh. Und wenn ich ehrlich bin dann find ich den Schuh auch Scheiße, aber auch darum geht es nicht!

Donnerstag, 9. Februar 2012

Urbanes U-bahnen


Mein tägliches Arbeitsweg ist so lächerlich kurz, dass sich eigentlich kaum Gewöhnungseffekte einstellen können, trotzdem schleicht sich eine bemerkenswerte Einheitlichkeit in diesen Lebensabschnitt. Morgens fix unterm Toretbogen durch (wird vom dortigen Wohnheiminsassen meistens mit "Hallo", "Arschloch" oder "morgen ist keine Schule" vom Dach aus kommentiert). Dann 5 Minuten Fußweg durch die benachbarte Tetrapack Hochhaussiedlung bis zum Loch in der Erde von wo die Bahn wegfährt. Vor der Klinik-Baustelle laufen immer Nonnen rum, keine Ahnung in welchem Zusammenhang das steht. Dann ab unter die Erde, rein ins öffentliches Verkehrsnetz.

Ich fahr nur 2 Stationen, Platzsuche erübrigt sich zum Glück. In letzter Zeit sieht man immer mehr Menschen mit e-Readern. War bis vor kurzem noch das Smartphone des Reisenden bester Freund, so scheint nun eine literarische Aufrüstung ihren Siegeszug durch die pendelnden Züge anzutreten.

Wahrscheinlich bin ich anachronistisch und weltfremd, aber ich hab kein Smartphone. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich nicht wüßte, wofür ich dieses schweizer Taschenmesser unter den Telefonen brauche. Ich habe ein Telefon und ich benutze es zum Telefonieren. Das ist natürlich schrecklich weltfremd und katapultiert mein technisches Lifestyle-Karma bei der nächsten Reinkarnation auf Einzeller Niveau, aber solange es noch keine funktionierende Korkenzieher-App gibt, sehe ich keinen Grund mein Telefon zu wechseln.
 
Ich hab auch keinen e-Reader. Dies hat allerdings schon handfestere Gründe. Ich mag Bücher. Ich mag auch Buchhandlungen und Bibliotheken. Da fängts ja schon an, statt durch Regale voller Buchrücken zu streifen gibts Bücher aus dem Internet. Neee das kann ich meinem Buchhändler nicht antuen, dafür hat er nicht 1968 Kaufhäuser angezündet (mein Buchhändler kam nämlich vom anderen Stern). Bücher im Internet angucken ist ja ganz komfortable, zum Bestellen latsch ich aber immer noch in eine kleine Buchhandlung, im Idealfall eine die weder Bertelsmann noch Weltbild gehört.

Mir widerstrebt auch die Vorstellung auf Strom oder einen Akku angewiesen zu sein, wenn ich lesen will. Ja für "alte-Leute-Style-lesen" brauch ich auch Licht und das ist wenn nötig weil nächtens meist auch elektrisch, aber die Vorstellung ein Buch nur aufschlagen zu können, wenn der Akku geladen ist, erscheint mir irgendwie rückschrittlich. Ausserdem mag ich den Geruch von frischen Büchern und das Gewicht eines Hardcovers, beides wird mir so ein Plastikbrett nicht liefern können.

Und schlussendlich erscheint mir das Lesevergnügen doch auch geschmälert durch den ausbleibenden Ausblick bzw. stolzen Rückblick wie viele Seiten noch vor/hinter mir liegen. Ich prophezeie weder dem e-Reader noch dem Smartphone einen Platz in meiner Jacke.
Apropos; Warum tragen all diese e-Reader-Leser eigentlich diese bescheuerten Jacken mit dem Logo, das auf schweizer Taschenmesser machen will. Was vor ein paar Jahren noch die Jack Wolfskinhead Allzweckjacke war ist nun die Wellensteyn Jacke mit dem weißen Kreut auf rotem Grund..
Gleichgeschaltete Konsumklone, die sich ihre Individualität in praktischen Apps aufs Smartphone laden, die Wellensteyn Jacke im Mao Einheitslook und das kleine rote Buch auf dem eReader. Und das jeden Morgen zwei Stationen lang...

Samstag, 5. November 2011

Remember, remember the Fifth of November...

  ...Gunpowder, treason and plot;
I know of no reason why gunpowder treason
Should ever be forgot.


Einer der ganz Großen feiert heute sein Jubiläum und soll hier geehrt werden. Heute vor 406 Jahren zog Guy Fawkes mit ehrlichen Absichten ins britische parlament um dort 36 Fässer Schwarzpulver samt der im Gebäude anwesenden Politiker, Adligen und Kirchenoberhäupter in die Luft zu jagen. Nun, wie der Anschlag ausging steht in den Geschichtsbüchern und was die Engländer aus dem Datum gemacht haben ist auf der Insel noch allgegenwärtig. 



Und seit ein paar Jahren erfreut sich Mister Fawkes ja auch weltweit wieder größter Beliebtheit. Zumindestens gilt dies für sein Konterfei und dies ist hauptsächlich dem großartigen (wenn auch verrückten) Allan Moore und seinem ebenso grandiosen Comic "V for Vendetta" zuzuschreiben. Der Film zum Comic ist übrigens nur ein schwacher Abklatsch dessen, was David Lloyd (Zeichner) meisterhaft zwischen zwei Buchdeckel kritzelte.

 
Also, ob Anonymus heute das Gesichtsbuch, wie angekündigt geohrfeigt hat, weiß ich nicht. Ob die Occupy-Bewegung genug warme Socken und Ideale für den Winter hat, bleibt nur zu hoffen und dass es nur eine vernünftige Frisur für Madln und Buam gibt, war mir schon vor der rasierten Natalie Portman klar. In diesem Sinne – you can call me V. 

Guy Fawkes, Guy Fawkes,
’twas his intent
to blow up the King and the Parliament.

Montag, 31. Oktober 2011

Der große Kürbis wird kommen.

Genau genommen ist er schon da. Heute werden kostümierte Resourcenwegfresser durch die Straßen ziehen und Angst und Schrecken unter zukünftigen Rentenbeziehern verbreiten.

Der Kopf ist hohl, kein Schnitzwerk ziert sein Lächeln, sein Fleisch ist ausgenommen, der Schädel entweidet die leeren Knochen längst hinfort – heute gibt es Kürbissuppe.

Kürbiskernöl hielt ich ja gemeinhin für ein überbewertetes Produkt aus dem Bundesland Österreichs, das sich bei leichter Buchstabenverdrehung auf etwas mit Stieren ableiten lässt. Das dies zum gleichnamigen Nacken des berühmtesten Landessohns paßt, der immerhin mal Gouverneur von Kalifornien war, ist bestimmt kein Zufall, trägt aber auch nichts zur Sache bei. Bei tun sollte man es jedoch, das Öl des Kürbis der Suppe des selbigen.

Arnold Schwarzenegger ist übrigens kein Gouverneur mehr, dafür ist es nun wieder Jerry Brown und wer nun denkt, den kenn ich doch hat entweder bei den Peanuts gepennt oder brav die Dead Kennedys gehört. California über alles - genau der. Doch weder Jerry noch Charlie Brown wussten es, sondern nur der gute Linus Van Pellt erwartet treu die Ankunft des einen, des großen, des Kürbis.

Alle Seelen ob heilig oder selig heute gibt es Kürbis, wie man es nicht schöner aus dem Mastkorb des Piratenschiffes brüllen kann: "Kü`bis an die ´übe gekriegt!" (Asterix bei den Briten). Übrigens heißt der numerische Pirat bei Asterix Baba, aber das wussten natürlich alle schon lange vor mir. Warum der Kürbis Jack mit der Laterne heißt war mir nicht so sonderlich klar und warum eine Rübe mit einer glühenden Kohle der Ursprung des heutigen "all-hallow`s-eve" ist, ist wohl auch mehr in der tragischen Geschichte des alten Jack zu suchen.

Nun, es soll mir recht sein, mittlerweile bin ich schlechte Nachrichten gewöhnt und ein Kürbis ist mittlerweile ein Grund zur kulinarischen Freude. Dazu wird es vorgelesene Gruselgeschichten auf dem Sofa geben und aus Ermangelung an Süßigkeiten sowie allgemeinem Nachbarhass wird die Tür verschlossen bleiben. Jeder ist sein eigener Kürbis, jeder hat vom Teufel nur eine glühende Kohle bekommen...

Montag, 22. August 2011

glowing in the wind

ja er ist schlecht, aber ich konnte nicht anders

Mittwoch, 6. Juli 2011

Das Rasen der Rasenmäher

Sommerschwüle lastet auf der Stadt, die Nachbarschaft krakeelt und mir liegt das letzte Stocktanztraining in den Knochen, blaue Flecken in der Form der Europäischen Union von 1998 ziehen sich über die Trefferfläche, welche mit einem entschlossenen Dooooo beschrien wird. Die Ramones propagieren über die Boxen die Airwaves und ich warte auf das Kühlung bringende Gewitter wie Thor auf seine Opfergaben. Am Fenster gegenüber spielt sich ein Schauspiel ab, das niemand sehen will, es gibt einen Grund warum der Typ aus dem 2 Stock den Beinamen Senior Popo hat und das ist mehr seiner exhibitionistischen Kochkörperkultur geschuldet, als anderer Vorlieben. Die marodierenden Jugendbanden, die sich hier bevorzugt an der Strassenecke zum hanging around treffen gebären sich, wie dass was der Österreicher "närrische Oktoberfliegen" nennt. Alles wartet auf den großen Knall, der Himmel ist ein fahles Pferd der Apokalypse, wir reiten wie dereinst auf dem Jahrmarkt auf schindmährigen Ponys im Kreis. Irgendwo brüllt der Zweitakter eines gewissenhaften Gartennazis zu seiner Botanikrasur, der aufkommende Wind lässt die Linde erzittern – alles wartet, den Ramones ist es mittlerweile egal here today, gone tomorrow. Eigentlich wäre heute Kino für umme auf dem Rathausmarkt, Ichi die blinde Schwertkämpferin oder so, das Plakat sieht scratchy aus. Allerdings zieht sie das Schwert vielversprechend mit der Hand von unten, scheint ein Stereotyp in japanischen Samuraifilmen für blinde Schwertkämpfer zu sein, denn der Herr Masseur aus "Zatoichi, der blinde Samurai" zog es genauso. Der Film verlor gegenüber dem Wetterbericht und nun erwarte ich auch die Bestätigung dessen was sich angekündigt hatte. Mögen die Spiele beginnen, mein Daumen ist erhoben und gereckt, wenns mit den Spielen noch dauert, gibt's jetzt eben Brot - satt.



Dienstag, 29. März 2011

Lederlappen

Jeder braucht Helden.

Quelle: Wefuckyouverymuch.com

Lederlappen heißt auf schwedisch Fledermaus. Das hat mir mal ein Fremdenführer in Schloss Gripsholm erzählt, und obwohl es mir damals um Kurt Tucholsky ging, erfuhr ich doch die eine oder andere Anekdote um das einst von Walter Giller bespielte Schloss. Zum Beispiel, dass sich im Schloss ein eigenes Theater befindet, in welchem einmal die Fledermaus von Johann Strauss Sohn aufgeführt wurde. Nun fragt sich der geneigte Kopf des ebensolchen Lesers, was all dies mit einem Superhelden zu tun hat, der 1939 von Bob Kane und Bill Finger entworfen wurde. Nun, alles - alles hat mit Batman zu tun...

Quelle: Thisisnthappiness.com

Batman ist der größte Superheld den sich die Comicindustrie erschaffen hat. Ich schreibe dies durchaus nicht aus Einfallslosigkeit, denn dem Glanze des Größten haftet immer auch der Makel des Populärsten an. Wohl wahr, mangelt es Batman nicht an Superheldenkollegen, man muß da noch nicht einmal sein Universum der Detective Comics (DC) verlassen, den Vergleich muß er aber mit Keinem scheuen. Superman, um mal die größte Nervnulpe zu nennen, taugt eigentlich nur, um in manchen, seltenen Folgen von Batman mittels Kryptonitrings auf die Fresse zu kriegen. Der vordergründigste Unterschied mag sein, dass Batman auf keinerlei überirdische oder sonst wie erklärungsnot aufkommende Kräfte verfügt. Neben seiner Krippe musste kein Atomkraftwerk explodieren, keine ausserirdische Weltraumtheorie herhalten und auch sonst kein Phantasieexperiment in die Grütze gehen.

Quelle: Thisisnthappiness.com

Ein ordinärer Raubüberfall genügt als Rechtfertigung für lebenslangen Hass und Verfolgung allen Bösen. Trotz des Genres verfügt er über keinerlei Superkräfte, die ihn seinem Gegner überlegen machen, sondern er bedient sich einfach einer charaktervollen Skrupellosigkeit, bedingungsloser Gewaltbereitschaft sowie jeder Menge Technikschnack und natürlich unmoralisch viel Geld.

Quelle: Thisisnthappiness.com

Während Supermann die ewige Mickey Mouse der Superhelden bleibt, ist Batmans Charakter durchaus schizophren angelegt, was natürlich ein fast zwingender Grundsatz des Superheldentums ist. Batman ist das personifizierte Gute mit den Mitteln des Bösen. Vergleichbar und, wie ich betonen möchte, ähnlich beliebt bei mir, schafft es nur noch Green Arrow auf die Liste der wahren DC-Helden. Aber auch der steinreiche Kommunist Oliver Queen tritt meist in Zusammenhang mit der alten Weltraumfunzel Green Lantern auf der, wenn auch ungleich cooler, genauso eindimensional ist wie Superman.


Adam West, der Superspacken unter den Helden


Auch bei den Superschurken nimmt Batman eine herausragende Rolle ein. Kaum ein Superheld hat ein so umfangreiches, fest etabliertes Ensemble an Erzrivalen aufzuweisen, wie der dunkle Ritter. Der Joker würde in puncto charakterlicher Tiefe ebenso ein Hohelied verdienen und auch der von mir etwas ungeliebte Sidekick des permanent neu zu besetzenden Robins liefert der Figur auch 70 Jahre nach ihrer Erscheinung noch an den Haaren gespannte Brückenschläge zur ewigen Verlängerung der Dramaturgie. Im Band "Batman Reborn" von Grant Morrison und Frank Quitely (DC 2011) ist Batman mittlerweile der zweite Robin, nachdem der erste vom Joker getötet wurde, um dann als Red Hood wieder ins Leben zurück geholt zu werden, der nun im Cape des verstorbenen Bruce Wayne an der Seite von Damien, dessen 10 jährigem Sohn, kämpft.


Van Gogh, die Fledermaus
Nun wer auf eine derart lange Biographie zurückblickt, der vereint natürlich auch jede Menge großer Namen hinter sich. Mein Lieblingsname in dieser Liste ist Frank Miller und sein Return of the Dark Knight war so auch schicksalshafterweise mein erster Batman Comic, wenn man mal von Adam Wests peinlichen Abenteuern in Strumpfhosen absieht. Nicht nur der Zeichenstil von Miller macht die Charaktere aussergewöhnlich, aber die Brutalität seines Strichs hätte sich keines Besseren annehmen können.

Quelle: Thisisnthappiness.com

Alan Moore und Jim Lee sollten natürlich auch erwähnt werden. Ebenso Stan Lee und wer den rühmt, streift dabei natürlich zwangsweise das Superhelden Nachbaruniversum von Marvel. Nun, Spiderman kann mich mal, und ausser, dass die Ramones mal das Spidermantheme vertont haben, fällt mir echt nix Lobenswertes ein. Zugegeben hat Marvel auch seine düsteren Qualitätshelden. Gegen einen Wolverine lässt sich schwer anmeckern und auch dem Punisher kann man ähnliche Startvoraussetzungen wie Batman unterstellen (außerdem hat er einen Totenschädel als Logo).

Quelle: Thisisnthappiness.com

Quelle: Thisisnthappiness.com

Der einzig wahre Held bleibt allerdings Batman und weil es ebenso viele grandiose Cover und Artworks, wie eben Geschichten gibt, soll dem alten Lederlappen hier eine Ruhmeshalle errichtet werden - Batman forever...

Montag, 11. Oktober 2010

Regenbogenponys Hü!

Schöne Version der guten alten Tippi-Indianer Weissagung...
Die Version zum Ausdrucken und Ausmalen gibts hier.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Würden Sie mir bitte mal das Laub blasen?

Herbstzeit los, da kann es ja nicht mehr lange dauern bis sich der gemeine Hausmeister wieder den gebläsebetriebenen Raketenrucksack umschnallt und das tut was vor wenigen Jahren noch ein Akt der Kontemplation war, bevor es zum Ego-Shooter im öffentlichen Raum wurde. Laubbläser, die Geißel der Menschheit und weit und breit kein vernünftiger Mensch, der es schafft diesen debilen Blaseengeln des akustischen Beelzebubs zu zeigen, was eine Harke ist.

Irgendwie kehren wir ja alle immer ans Wasser zurück, wie John von Düffel in seinem fast gleichnamigen Buch schon wohlwissend prophezeite, mein persönliches Wasserloch scheint die öffentliche Schule zu sein. Ich wuchs neben einer Schule auf, was mir die ersten 4 Jahre meines dort inhaftierten Lebens, als große Bereicherung des heimisch, postschulischen Auslaufsverhaltens begegnete. Während andere Kinder sich in der staatlich, regulierten Zeit um die Besten Plätze auf dem Schulhof kloppen mußten, hatte ich das gute Gefühl all diese Orte am Nachmittag aufsuchen zu können, ohne sie mit anderen Kindkollegen teilen zu müßen. Ein eigener Sportplatz in Wurfweite hatte durchaus seinen Reiz, in einer Zeit da man die persönliche Freiheit noch da durch definierte, wie viel Zeit man elternunabhängig unter freiem Himmel verbringen konnte. Später genoss ich dann das Geräusch der Schulglocke, während ich in selbstgewählten Freistunden meinen Rausch ausschlief.

Jetzt wohne ich wieder neben einer Schule, eingekeilt zwischen einer öffentlichen Grundschule und einer Kita. Die Grundschule bietet mir beizeiten immer noch das gute Gefühl, das sich ausbreitet, wenn ich im Bett liege und eine Schulglocke höre, die Kita ist eigentlich nur die konsequente Steigerung dessen. Keine Glocke aber mantraartige Kinderchöre mit wechselhaften Dauerintonierungen, unter 12 Wiederholungen läuft da nix. Besonders beliebt ist der Tatütata-Contest, bei dem es darum geht so lange und laut wie möglich eine Sirene zu verkörpern und möglichst viele Kindkollegen zur Einstimmung aufzufordern.

Nun naht der Herbst und mit ihm wird es auch in der Kita ruhiger, besinnlich bereitet man sich auf die grimmige Jahreszeit vor, sammelt Laub um damit kompostierbare Deko für die Muttis zu basteln und streift stundenlang durchs Gassengewirr um Kastanien zwecks Verbastellung eben dieser zu sammeln. Es wird ruhig in der Kita. Nicht so in der Schule, denn nun naht die Zeit des gemeinen Hausmeisters. Die Zeit ist nah, da sich die Blaumänner der öffentlichen Ordnung und Sauberkeit wieder in die Gehörgänge der Anwohner berufen fühlen. Für jeden von weit her hörbar gilt es nun, seine Umtriebigkeit in die Welt zu blasen. Das Zweitaktgemisch steht schon bereit und die unsinnigste Erfindung seit dem elektrischen Icecrushers wartet auf ihr phonales Debüt.

Was war noch? Bob Marley reimt in seinem Gassenhauer mit der weinenden Frau übrigen Porridge auf Carriage, was schon tolldreist ist, obwohl ich am Anfang noch dachte er würde Courage auf den verkochten Brei reimen. Sei es drum, Donavan reimt immerhin auch Whitch auf Stitch und Heinz Konrad wurde unsterblich mit dem Reim "wenn Böhmen und auch Mähren - nicht mehr zu uns geheren". In diesem Sinne, Servus die Madeln, griaß Euch die Buam.

Dienstag, 7. September 2010

Jugendstil Skull

Sollte, sollte - Spassrevolte.
Ja, eigentlich sollte ich diesen herrlich geschenkten (sic!) Tag ja nutzen um meine Packagingjobs zu machen, mach ich auch, später versprochen. Eigentlich bin ich fremdgebucht und nachdem was sich gestern auf meinen Emailkonto abspielte wurde mir schon ganz schlecht bei der Vorstellung, wann ich das alles machen soll, nachdem ich den Tag in einer Agentur verbringe und den Abend im Dojo (ok, Dojo ist Spass und wäre ausgefallen). Durch einen unerwarteten Einbruch meines Textpartners hat sich aber ergeben, dass ich nun doch noch für zwei Tage zu Hause weilen kann und das ist genau die Zeit, die mir ermöglich die Verpackungsjobs gut und sicher auf die Bahn zu bringen. Alles fein. Doch dann fängt man natürlich an rumzugucken und zu trödeln und plötzlich findet man ein lustiges Tutorial, das man mal ausprobieren will u.s.w.u.s.f. Naja für das Tutorial hab ich ein passendes Photo gesucht, das hatte ich auch irgendwann mal in Riga gemacht und so stöberte ich mich durch mein Photoarchiv und fand diese Perle von Stencil Totenkopf im Jugendstil aus Riga.

Riga und seine Jugendstilblüten

Montag, 30. August 2010

Back in Traffic

Freitag, 20. August 2010

the little goose is dead

schon zu lebzeiten ein ganz großer unter den toten, bela lugosi

wer hätte das gedacht, die kleine gans ist gar nicht tot. ich glaub den song hab ich mal von zitte bekommen ohne irgendwelche nennung von zuordbaren infos aber natürlich auf vollkommen legalem wege, wie man ja gar nicht oft genug betonen kann. in meiner kleinen welt war der song stimmtechnisch sowas wie billy idol und so sehr ich mich auch bemüht habe den text zu verstehen, ich habe immer "the little goose is dead" gehört. so richtig sinn hat das natürlich nie gemacht, war mir aber egal, denn ich mochte den basslauf gerne und ich hab immer ganz brav und ganz laut mitgesungen und auch ein bißchen um die kleine gans getrauert. und jetzt das! ein nouvelle vague album war nötig um mich auf den verhörer aufmerksam zu machen und nun weiß ich nicht nur dass die kleine gans noch am leben ist sondern auch das "Bela Lugosi`s Dead" ist. das ist natürlich nur logisch denn bela lugosi war ja schon zu lebzeiten einer der herausragendsten toten. er hat es sogar bis an meine ahnengalerie geschafft (eine ahnsammlung von meinen und Luvs kindheitshelden) und hängt dort zwischen den anderen ganz großen. naja egal, ich glaube ab jetzt werd ich gerade immer den tot der kleinen gans besingen, hab mich irgendwie dran gewöhnt.

still alive!


So und
jetzt alle mitsingen, the little goose is dead...

Dienstag, 10. August 2010

...Tage wie Mohnbrötchen ...

eigentlich sollte ich, aber das spar ich mir, vielleicht verschiebe ich meine aktivität einfach auf nachher. die sonne scheint aus einem blauen himmel, das wetter lockt nach draußen, wo man es hier aber doch so viel besser hat. die kaffeemaschine arbeitet seit dem erwachen im akkord, spätestens wenn die zigaretten ihr ende ankündigen wird frischluftaktivität verlangt. baustellen gibt es mehr als genug, die vorm haus, die seit einer woche dafür sorgt, das jeder noch freie parkplatz nach 20 uhr erkämpft wird, wie die letzte ölquelle des planeten. morgens ist die parksituation dann wieder entspannt, die baustelle nicht. ich werde nicht vom dröhnenden maschinenlärm geweckt, an den kann man sich seit erfindung des laubbläsers gewöhnen, es ist das hochfrequentierte dauerpiepsen des eingelegten rückwärtsgangs eines großmotorigen baustellenfahrzeugs, das sich durch mein unter- (nein ich schreibe nicht unbewußtsein, weil man damit ohnehin nur von idoten gelobt wird) bewußtsein arbeitet. irgendwann kapituliert die phantasie vor dem enervierenden dauerton und schließt die bühne auf der bis eben noch versucht wurde das fiepen in einem extra dafür umgeschriebenen theaterstück zu integrieren. feierabend, die darsteller des traumkabinetts machen schicht, der vorhang fällt, die augen gehen auf, das piepen bleibt solange der rückwärtsgang eingelegt ist. ab jetzt gibt es kein zurück mehr...das bild will nichts mit dem text gemein haben, was auf grundsätzlicher gegenseitigkeit beruht

Freitag, 11. Juni 2010

just typo - und was es sonst noch zu sagen gäbe


naja und ein bißchen begeisterung dafür, dass ich rausgefunden hab, wie man bilder hier verlustfrei in die höhe und nach wie vor eingeschränkte breite treiben kann.

Donnerstag, 8. April 2010

ein pint und eine pinte - besuch in der methalle

Man kommt nicht vorbei beim Lesen von irischen Büchern am Trinken.
Erdnussbutter taugt übrigens nix als Whiskey-Substitut, aber das mag die Wenigsten wundern.
Wenn man Ken Bruen liest kommt man nicht umhin zu trinken. Literales Saufen auf Kolateralschadenniveau. Wenn man Ken Bruen liest dann kriegt man Durst, unweigerlich und aller daraus resultierenden Konsequenzen (als ob sie das nicht immer tun) aufs schönst beschriebene Maß gewahr. Von der Muse gepackt fühlt man sich quasi an den Haaren (?) in die nächste Kneipe* (im weiteren Verlauf liebevoll Pinte genannt) gezerrt.



Wenn man nun nicht besonders lange Haare hat oder einfach wenig Bock auf Kneipen* (hier noch allgemein gemeint, deshalb nicht extra liebevoll als Pinte bezeichnet), dann stellt dies ein maximal 1,3 Bücher lang zu ignorierendes mögliches Problem dar. An Kneipen* (siehe oben) mangelt es hier fern der Insel nicht. Gar habe ich vor einiger Zeit den Stadtteil meiner damaligen Behausung, ob seiner Kneipen* (ich war jung und wußte es nicht besser) (mitunter) ausgewählt. Übrigens nur um dann doch nicht hinzugehen, hingezogen sehr wohl trotz Schädelrasur.


Meine erste Wohnung in HH zeichnete sich dadurch aus, dass es eine Ecke mit beeindruckenden Öffnungszeiten vor der Tür gab. Da man die Ecke auf jedem Heimweg passierte, erfreute die Tatsache, dass man zu jeder noch so verkackten Uhrzeit, immer noch wen beim Saufen antraf. Und es gab meistens auch immer einen, der mindestens noch mehr im Arsch war. Das beruhigt ungemein - vorm Einschlafen, endlich zu Hause, kurz vorm Schleuderkoma, wenn man weiß, dass es auch viel schlimmer hätte enden können. Prä-Kater Stimmung beim Einschlafen - Schadenfreude ist nicht dasselbe wie Schadensbegrenzung.



Wenn man Ken Bruen liest verachtet man die Ecke, man bespuckt sie nicht, noch spricht man schlecht von ihrer Mudder, denn es gibt bedeutend schlimmere Kneipen* (hier jetzt mal abfällig gemeint) und die Ecke verdient Respekt gezollt zumindest für ihre hartnäckigen Öffnungszeiten. Hingehen tut man trotzdem nicht.
Hier um die Ecke gäbe es sogar gleich zwei Pinten* (jetzt mit viel Wohlwollen ausgesprochen). Hier ist Ecke jetzt geographisch bis fußläufig gemeint, muß ja auch heimfindbar sein. Der Rückweg ist natürlich mit viel mehr Bedacht zu bedenken als das Haaregeschleife beim Hinweg. Meine Wahl fiel auf die, in der ich noch nie war, gute Wahl.



Natürlich ist es ein müßiges Unterfangen in eine Pinte* (gilt übrigens für alle Kneipen) einzugehen, dennoch weiß Ken Bruen einen Grund zu verpflanzen, denn man sich nicht so ohne weiteres aus den Locken schüttelt:
Guinness; kalt - modrig - und frisch gezapft - legt es sich wie ein Sumpf über die darin versinkenden Synapsen. Man kann vieles saufen, das malzige Bier der Kelten bildet da keine so glorienverzierte Ausnahme, aber Guinness ist das einzige Bier (das allereinzigste von allen), das man nur frisch gezapft trinken kann.



Für die meisten Destillate und Vergärungen bietet sich oftmals kein besserer Ort, als das traute Heim bei der Verköstigung. Die Vorteile liegen dort einfach besser auf der Hand, besser als das Gefühl besoffen auf der Strasse der Desorientierung zu liegen, besser auch als mit einem schmutzigen Stock ins Auge. In Kneipen* (jetzt mal so in die Runde gesprochen) nerven meistens die Menschen und oftmals kann man froh sein, wenn es nur dabei bleibt. Trinken, ernsthaftes Trinken (und wenn ich ernsthaft meine, dann denke ich an Max Goldt, die Radiotrinkerin) bleibt allgemein gefasst ein reines Privatvergnügen (damit muß jeder alleine klarkommen). Nur wird man dort, mangels benötigten Zapfenstreichs zumeist des frischen Guinness Genusses beraubt. Das kann man bei näherer Betrachtung auch ohne Ken Bruen nur schwer hinnehmen, mit ihm wird dies gänzlich unmöglich. Zielsicher und schopfgesteuert späht man wachen Blickes also nach einer Pinte* (keine Kneipe) im Zielgebiet.



Dort vorstellig werdend, findet man sich auf einem harten (Strafe muß sein und Autoagression darf beim gewissenhaften Trinken natürlich nie fehlen) Stuhl wieder - es ist alles wie es sein soll. Das schwarze Bier wird wohltemperiert aus passenden Pints* (kein hinlängliches Muß für eine Pinte, aber Ken Bruen hätte nix anderes akzeptiert) gereicht, die Einrichtung ist belanglos bis störungsfrei, am Tresen sitzt ein Wachposten (so, wie es sein soll) und niemandem verlangt es nach vielen Worten. Hingehen - Trinken - Fresse halten! Der Beleuchtung ist schummerig, der Tresen ist das Einzige was Notiz von Dir nimmt und die besteht aus gezählten Pints. Es gibt sogar einen Kamin, dass er nicht Feuer und Flamme, ob meines ersten Besuchs war, erschien mir aber nur zurückhaltend bis angebracht. Es gibt die üblichen Bilder an der Wand, austauschbar, unverfänglich, vielleicht kann sogar jemand eine Geschichte darüber erzählen, die will dann aber niemand hören.



Eine Pinte zu haben ist gut. Ich weiß nicht, ob ich noch oft hingehen werde - vielleicht wenn das dritte Buch Jack Taylors Untergang beschreibt, vielleicht auch wenn der Sommer mich zwingt dem Wetter zu huldigen. Es ist auch egal, viel besser als dort zu sitzen ist der Gedanke es zu können, am Besten ist natürlich das vollkommene Guinness, aber das gibts eben nur dort.

Schicksal - Sláinte

Freitag, 2. April 2010

der herr mit den gesegneten eiern

...warum die eier immer gesondert gesegnet werden müssen, wenn doch schon alles andere durch die nennung von speisen und gaben benannt wurde, scheint wohl ein kuriosum der katholischen liturgie zu sein. egal, ich bin nur gast in dieser religösen splittergruppe und mag gesegnete eier und vom heutigen trauerfasten abgesehen, gibts ja auch bald jede menge davon (eier-satt).

Zwangloses Einkaufsvergnügen

nicht nur, dass die eier zu diesem hochfest gesegnet werden, sie werden auch buntig gemacht, was dieses jahr eine besonderen anspruch darstellt, denn ganz hamburg bietet keine weißen eier mehr feil. wahrscheinlich hängt dieser farbliche imagewechsel mit dem seit anfang des jahres in kraft getretenen verbot von legehehnen-kz-batterien in deutschland zusammen. warum diese industriellen geburtenhäuser „batterien“ genannt wurden bleibt nun wohl auch immer im verborgenen, denn schließlich spricht ja auch niemand bei den beschaulichen schweinemastbetrieben kurz hinter der dänischen grenze von schweine-batterien. wahrscheinlich weil wir im gegensatz zu den ungeborenen hühnern ja nicht das verzehren, was bei den niedlichen paarhufern hinten rauskommt, also nicht die kleine batterie, die hinten rausplumpst sondern lieber gleich das ganze kraftwerk fressen. vielleicht assoziiert man das ei ja auch mit batterien, weil es hinten aus dem huhn rausfällt, sowie die duracell, die in den gleichnamigen trommelhasen hinten reinkommt. nun, braune eier sehen vielleicht ökiger aus, lassen sich aber auch bedeutend schlechter buntig machen, was dann beim essen aber auch wieder egal ist, wer würdigt schon das design von batterien?

Zeitgemäße Dornenkrone?

heute ist laut google, dem gedächnis des internetzes kein religös geprägter tag an dem in weiten teilen der republik die glocken zu schweigen haben. heute ist der 200 geburtstag von hans christian andersen, dem berühmten dänischen geschichtenonkel, der diesbezüglich sogar mehrere dieser unsäglich blöden googleicons bekam. vielleicht ein stiller protestaufruf gerade zum hochfest des federviehs auch an das martyrium des geknechteten borstenviehs jenseits der hotdog grenze zu gedenken. auf jedenfall ein guter grund mal wieder die gedanklichen zinnsoldaten aufmarschieren zu lassen – gedankliche schwefeholz-brandstiftung sozusagen.

Wedekind hätte seine Freude!

vielleicht will google sich auch nicht in den verdacht bringen religös geprägt, der ein oder anderen minderheit den vorzug zu gewähren, also klammern sie die leiden des jungen heilands aus und machen ihr kreuzchen lieber an unverfänglicherer stelle. und auch wenn ich für das unterkühlte, meiner meinung nach völlig überschätztes design der nordmannen wenig übrig habe, so kann man doch nix schlechtes über hans christan andersen und seine geschichten sagen. es wird wohl noch ein bißchen dauern bis google uns soweit ausgespäht hat, dass es passend zu jedem tag und neigungen des benutzers ein eigens abgestimmtes buntbild-icon featured.

Rost in Peace

denn immerhin haben wir heute nicht nur den begründer unseres christlichen glaubens ans kreuz genagelt, nicht nur das ein berühmter dänischer dichter das licht der welt erblickte, vielleicht würde der ein oder andere auch lieber daran erinnert werden, dass heute vor 96 jahren ein weiterer apostel einer großen religon geboren wurde und hätte lieber obi wan kenobie aka sir alec guinness gedacht. vielleicht feiert mancher ja auch lieber die brandstiftung in zwei frankfurter kaufhäusern vor 42 jahren durch die begründer der legendären bahnhof-meier bande, besser auch bekannt durch die gleichnamige abkürzung der royal air force. oder die tatsache, dass heute vor 266 jahren im schottischen leith die gentlemen golfers of leith das „turnier um den silbernen löffel“ bestritten, welches als das erste golfturnier der zivilisierten welt gilt. ich bin mir sicher, dass google daran arbeitet uns bald nur noch die für unser anwenderprofil relevanten informationen zu präsentieren.

Nevermore-Leonore

bis es soweit ist bleibt dieser tag noch dem großteil des landes als feiertag beschienen, denn egal was wir von der urteilskraft eines pontius pilatus halten, der großteil der schaffenden gesellschaft hat heute feiertag, ob mit oder ohne glockengeläut.
gestern haben wir gegreint, wie es uns der t
ag vorschrub, obwohl dies nicht mit der verspeisung von spinat in zusammenhang stand, ich mag nämlich spinat und die tatsache dass es etwas grünes zu essen gab, ist schon lange kein grund mehr für mich sich eine greinende träne abzudrücken. heute darf nicht in der erde gebuddelt werden und fleisch gibts auch erst wieder am sonntag zu essen, wenn die eier gesegnet wurden.

vorher wird hier in hamburg aber noch der elbstrand in flammen gesetzt, ein ereignis das sich durch unsäglich viel
e dumme und gewaltbereite besoffskis auszeichnet. ausserdem empfiehlt es sich in elbnähe die fenster zu schließen. ansonsten verbleibt nur noch sich die türpfosten mit frisch geopferten lämmerblut zu bestreichen (auch wenn noch kein erstgeborener im hause weilt, sicher ist sicher) und den nicht dänischen schweinebraten, der im kühlschrank vor sich hinpökelt, von zeit zu zeit in seinem salzigen bad zu wenden.

Heiland-Erscheinung in der großen Bergstrasse