Freitag, 2. April 2010

der herr mit den gesegneten eiern

...warum die eier immer gesondert gesegnet werden müssen, wenn doch schon alles andere durch die nennung von speisen und gaben benannt wurde, scheint wohl ein kuriosum der katholischen liturgie zu sein. egal, ich bin nur gast in dieser religösen splittergruppe und mag gesegnete eier und vom heutigen trauerfasten abgesehen, gibts ja auch bald jede menge davon (eier-satt).

Zwangloses Einkaufsvergnügen

nicht nur, dass die eier zu diesem hochfest gesegnet werden, sie werden auch buntig gemacht, was dieses jahr eine besonderen anspruch darstellt, denn ganz hamburg bietet keine weißen eier mehr feil. wahrscheinlich hängt dieser farbliche imagewechsel mit dem seit anfang des jahres in kraft getretenen verbot von legehehnen-kz-batterien in deutschland zusammen. warum diese industriellen geburtenhäuser „batterien“ genannt wurden bleibt nun wohl auch immer im verborgenen, denn schließlich spricht ja auch niemand bei den beschaulichen schweinemastbetrieben kurz hinter der dänischen grenze von schweine-batterien. wahrscheinlich weil wir im gegensatz zu den ungeborenen hühnern ja nicht das verzehren, was bei den niedlichen paarhufern hinten rauskommt, also nicht die kleine batterie, die hinten rausplumpst sondern lieber gleich das ganze kraftwerk fressen. vielleicht assoziiert man das ei ja auch mit batterien, weil es hinten aus dem huhn rausfällt, sowie die duracell, die in den gleichnamigen trommelhasen hinten reinkommt. nun, braune eier sehen vielleicht ökiger aus, lassen sich aber auch bedeutend schlechter buntig machen, was dann beim essen aber auch wieder egal ist, wer würdigt schon das design von batterien?

Zeitgemäße Dornenkrone?

heute ist laut google, dem gedächnis des internetzes kein religös geprägter tag an dem in weiten teilen der republik die glocken zu schweigen haben. heute ist der 200 geburtstag von hans christian andersen, dem berühmten dänischen geschichtenonkel, der diesbezüglich sogar mehrere dieser unsäglich blöden googleicons bekam. vielleicht ein stiller protestaufruf gerade zum hochfest des federviehs auch an das martyrium des geknechteten borstenviehs jenseits der hotdog grenze zu gedenken. auf jedenfall ein guter grund mal wieder die gedanklichen zinnsoldaten aufmarschieren zu lassen – gedankliche schwefeholz-brandstiftung sozusagen.

Wedekind hätte seine Freude!

vielleicht will google sich auch nicht in den verdacht bringen religös geprägt, der ein oder anderen minderheit den vorzug zu gewähren, also klammern sie die leiden des jungen heilands aus und machen ihr kreuzchen lieber an unverfänglicherer stelle. und auch wenn ich für das unterkühlte, meiner meinung nach völlig überschätztes design der nordmannen wenig übrig habe, so kann man doch nix schlechtes über hans christan andersen und seine geschichten sagen. es wird wohl noch ein bißchen dauern bis google uns soweit ausgespäht hat, dass es passend zu jedem tag und neigungen des benutzers ein eigens abgestimmtes buntbild-icon featured.

Rost in Peace

denn immerhin haben wir heute nicht nur den begründer unseres christlichen glaubens ans kreuz genagelt, nicht nur das ein berühmter dänischer dichter das licht der welt erblickte, vielleicht würde der ein oder andere auch lieber daran erinnert werden, dass heute vor 96 jahren ein weiterer apostel einer großen religon geboren wurde und hätte lieber obi wan kenobie aka sir alec guinness gedacht. vielleicht feiert mancher ja auch lieber die brandstiftung in zwei frankfurter kaufhäusern vor 42 jahren durch die begründer der legendären bahnhof-meier bande, besser auch bekannt durch die gleichnamige abkürzung der royal air force. oder die tatsache, dass heute vor 266 jahren im schottischen leith die gentlemen golfers of leith das „turnier um den silbernen löffel“ bestritten, welches als das erste golfturnier der zivilisierten welt gilt. ich bin mir sicher, dass google daran arbeitet uns bald nur noch die für unser anwenderprofil relevanten informationen zu präsentieren.

Nevermore-Leonore

bis es soweit ist bleibt dieser tag noch dem großteil des landes als feiertag beschienen, denn egal was wir von der urteilskraft eines pontius pilatus halten, der großteil der schaffenden gesellschaft hat heute feiertag, ob mit oder ohne glockengeläut.
gestern haben wir gegreint, wie es uns der t
ag vorschrub, obwohl dies nicht mit der verspeisung von spinat in zusammenhang stand, ich mag nämlich spinat und die tatsache dass es etwas grünes zu essen gab, ist schon lange kein grund mehr für mich sich eine greinende träne abzudrücken. heute darf nicht in der erde gebuddelt werden und fleisch gibts auch erst wieder am sonntag zu essen, wenn die eier gesegnet wurden.

vorher wird hier in hamburg aber noch der elbstrand in flammen gesetzt, ein ereignis das sich durch unsäglich viel
e dumme und gewaltbereite besoffskis auszeichnet. ausserdem empfiehlt es sich in elbnähe die fenster zu schließen. ansonsten verbleibt nur noch sich die türpfosten mit frisch geopferten lämmerblut zu bestreichen (auch wenn noch kein erstgeborener im hause weilt, sicher ist sicher) und den nicht dänischen schweinebraten, der im kühlschrank vor sich hinpökelt, von zeit zu zeit in seinem salzigen bad zu wenden.

Heiland-Erscheinung in der großen Bergstrasse

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