Mittwoch, 6. Juli 2011

Das Rasen der Rasenmäher

Sommerschwüle lastet auf der Stadt, die Nachbarschaft krakeelt und mir liegt das letzte Stocktanztraining in den Knochen, blaue Flecken in der Form der Europäischen Union von 1998 ziehen sich über die Trefferfläche, welche mit einem entschlossenen Dooooo beschrien wird. Die Ramones propagieren über die Boxen die Airwaves und ich warte auf das Kühlung bringende Gewitter wie Thor auf seine Opfergaben. Am Fenster gegenüber spielt sich ein Schauspiel ab, das niemand sehen will, es gibt einen Grund warum der Typ aus dem 2 Stock den Beinamen Senior Popo hat und das ist mehr seiner exhibitionistischen Kochkörperkultur geschuldet, als anderer Vorlieben. Die marodierenden Jugendbanden, die sich hier bevorzugt an der Strassenecke zum hanging around treffen gebären sich, wie dass was der Österreicher "närrische Oktoberfliegen" nennt. Alles wartet auf den großen Knall, der Himmel ist ein fahles Pferd der Apokalypse, wir reiten wie dereinst auf dem Jahrmarkt auf schindmährigen Ponys im Kreis. Irgendwo brüllt der Zweitakter eines gewissenhaften Gartennazis zu seiner Botanikrasur, der aufkommende Wind lässt die Linde erzittern – alles wartet, den Ramones ist es mittlerweile egal here today, gone tomorrow. Eigentlich wäre heute Kino für umme auf dem Rathausmarkt, Ichi die blinde Schwertkämpferin oder so, das Plakat sieht scratchy aus. Allerdings zieht sie das Schwert vielversprechend mit der Hand von unten, scheint ein Stereotyp in japanischen Samuraifilmen für blinde Schwertkämpfer zu sein, denn der Herr Masseur aus "Zatoichi, der blinde Samurai" zog es genauso. Der Film verlor gegenüber dem Wetterbericht und nun erwarte ich auch die Bestätigung dessen was sich angekündigt hatte. Mögen die Spiele beginnen, mein Daumen ist erhoben und gereckt, wenns mit den Spielen noch dauert, gibt's jetzt eben Brot - satt.



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